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Autor
Reinhardt, Volker

Voltaire

Untertitel
Die Abenteuer der Freiheit
Beschreibung

Schriftsteller, Philosoph, Aufklärer, Skeptiker, Genie und Lebemann.

All das und mehr verbindet man heute mit dem Namen Voltaire – doch wer war
François-Marie Arouet in Wirklichkeit? Woher rührte sein kämpferischer, gerechter aber unbarmherziger Spott, seine Brillanz, den Finger stets auf die Wunde einer maroden Gesellschaft zu legen? Es gilt den Menschen hinter dem Werk zu entdecken.

Dank Volker Reinhardts herausragender Biographie ist das vortrefflich gelungen.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
C.H.Beck Verlag, 2022
Format
Gebunden
Seiten
607 Seiten
ISBN/EAN
978-3-406-78133-9
Preis
32,00 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Volker Reinhardt ist Professor für Geschichte an der Universität Fribourg.

Zum Buch:

»Voltaire wird immer beachtet werden als der größte Name der Literatur der neuen Zeit und vielleicht aller Jahrhunderte; wie die erstaunenswerteste Schöpfung der Natur.«

Diese Äußerung stammt von keinem geringeren als J. W. von Goethe und ist nachzulesen in seiner Dichtung und Wahrheit. Doch bereits zu Lebzeiten galt der 1694 unter dem bürgerlichen Namen François-Marie Arouet in Paris geborene Schriftsteller und Philosoph Voltaire als Universalgenie, weshalb Bewunderer wie Kritiker nach seinem Tod 1778 die einhellige Meinung vertraten, niemals könne ein einzelner Mensch ein derart umfangreiches Lebenswerk erschaffen haben.

Voltaire, dessen Passion stets das Schreiben war, vereinigte eine Vielzahl von Wesenszügen in sich. Er war Aufklärer und Provokateur; Kritiker einer morschen Gesellschaft, wodurch er sich früh Feinde machte, aber nichtsdestotrotz war er auch Lebemann, der selbst für damalige Verhältnisse über unermesslichen Reichtum verfügte, ein, wie sich Volker Reinhardt in seiner Biographie ausdrückt: „mit allen Wassern gewaschener Unternehmer und Gesellschafter“. Er war Günstling König Georg I., wurde in die Bastille gesperrt, später sogar verbannt, war Spitzel im Auftrag eines Kardinals und unterlag des Öfteren einem Veröffentlichungsverbot. Aber immer war er auch schonungsloser, nicht müde werdender Analytiker und Ankläger, ein „Menschenforscher“ dessen Werkzeug sein gerechter jedoch unbarmherziger Spott war. Er erlebte Skandale ebenso wie Demütigungen, feierte rauschende Erfolge und überstand herbe Niederlagen. Seine Zeitgenossen hielten ihn für brillant – und unerbittlich.

Aber wer war dieser Mensch nun wirklich, dessen Ehrgeiz bis zum Schluss darin bestanden hatte, ein überholtes Wertesystem zu hinterfragen?

In seiner herausragend, tiefgreifenden wie kritischen Biographie zeichnet Volker Reinhardt das Bild eines von Wahrheitsdurst getriebenen Freidenkers – und offenbart gleichzeitig dessen nur allzu menschliche Schwächen. Es ist eine regelrechte Kurzweil, sich in das Universum Voltaire hineinziehen zulassen.

Axel Vits, Der andere Buchladen, Köln