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Die Aussiedlung

Autor
Visky, Andreas

Die Aussiedlung

Untertitel
Roman. Aus dem Ungarischen von Timea Tankó
Beschreibung

András, der Erzähler, jüngstes von sieben Kindern, liebt seine tapfere Mutter Julia über alles – wo sie ist, lauert das Glück, egal, was geschieht. Vier Jahre lang zieht sie mit ihren Kindern in der ostrumänischen Steppe umher – sie wurden »ausgesiedelt«, nachdem der Vater, ein Pastor, zu 22 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war. Sie richten sich in Erdhöhlen ein und in verlassenen Dörfern, beaufsichtigt von den Behörden. Sippenhaft.
»Ich merke mir alles und werde über alles schreiben, wenn die Zeit gekommen ist, sage ich zu unserer Mutter, um sie zu trösten, als ich sie beim Weinen ertappe, schreiben verwende ich als Synonym für rächen, ohne zu wissen, was ich sage.« Jahrzehnte später findet Visky den gleichmütigen, zuweilen heiteren Ton, die leuchtenden Bilder und die Form: 822 durchnummerierte Minikapitel, die Atemzügen gleichen.
Der Entschluss, umeinander zu kämpfen, »solange die Seele mich trägt«, verbindet die Eltern, tiefgläubige, einander leidenschaftlich liebende Menschen, deren Haltung sich ihren Kindern unauslöschlich einprägt. Der Gewalt des kommunistischen Staates setzen sie ihr NEIN entgegen. Wie sich die Phantasie mit der Liebe verbündet: gegen die Wirklichkeit und gegen die Versuchung, böse zu werden – das ist so noch nie erzählt worden.
(Verlagstext)

Verlag
Suhrkamp, 2025
Seiten
456
ISBN/EAN
978-3-518-43245-7
Preis
30,00 EUR
Status
derzeit nicht lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

András Visky, geboren 1957 in Târgu Mureș, Rumänien, ist ein ungarisch-rumänischer Dramatiker und Regisseur. Sein Vater, Ferenc Visky, war Pfarrer der Ungarischen Reformierten Kirche und wurde 1958 von den rumänischen kommunistischen Behörden wegen “Verbrechens der Organisation gegen die sozialistische öffentliche Ordnung” zu 22 Jahren Haft und Zwangsarbeit verurteilt. Kurz darauf wurden seine Frau und ihre sieben Kinder nach Bărăgan deportiert; Visky war zu diesem Zeitpunkt erst zwei Jahre alt. 1964 wurden sein Vater und andere politische Gefangene während einer kurzen Phase relativer Entspannung freigelassen, in der das Regime seine repressive Politik lockerte. Visky selbst wurde im selben Jahr zusammen mit seiner Mutter und seinen Geschwistern freigelassen.
Visky lebt und arbeitet als Autor und Dramatiker in Cluj-Napoca, Rumänien. Nach Jahrzehnten, in denen er Theaterstücke, Gedichte und Essays schrieb, veröffentlichte er 2022 seinen ersten und einzigen Roman “Die Aussiedlung”.

Timea Tankó, 1978 geboren, arbeitet seit 2003 als literarische Übersetzerin aus dem Französischen und dem Ungarischen (u.a. Andor Endre Gelléri, István Kemény und Antal Szerb).