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Balkan-Odyssee 1933-1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa

Autor
Calic, Marie-Janine

Balkan-Odyssee 1933-1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa

Untertitel
Preis der Leipziger Buchmesse 2026
Beschreibung

Die Flucht vor dem NS-Regime war ein Wettlauf gegen Bürokratie, Grenzen und Gewalt. Zwischen 1933 und 1941 flohen Menschen zunächst in angrenzende Nachbarländer wie die Tschechoslowakei, nach Frankreich oder in die Niederlande, später auch nach Skandinavien. Andere suchten überseeische Zuflucht in Lateinamerika, in Palästina oder in den USA. Bekannt sind die Ost- und Südrouten ebenso wie die lebensgefährlichen Etappen über die Alpen oder die Pyrenäen. Weniger bekannt ist die Flucht auf den Balkan. Der Theaterstar Tilla Durieux, die Schriftsteller Manès Sperber und Ernst Toller, der Dramatiker Franz Theodor Csokor, der Maler Richard Ziegler und viele andere – sie alle flohen vor Hitler nach Südosteuropa und fanden dort Unterschlupf. Marie-Janine Calic ruft sie in Erinnerung und erzählt berührende und oft auch tragische Geschichten von Mut und Menschlichkeit, von Elend und Verrat, von Rettung und Untergang.

Aus der Begründung der Jury für den Leipziger Buchpreis:
“Südosteuropa ist bislang in der Exilforschung kaum beachtet – Marie-Janine Calic schließt eine Lücke mit diesem eindrucksvollen Werk. In ihrer enormen und akribischen Recherche erzählt sie die wechselvolle Geschichte der Balkanroute anhand vieler Einzelschicksale, erschließt politisch-historische Zusammenhänge und zeigt den Balkan als Region der Hoffnung und des Übergangs.”

Verlag
C.H.Beck Verlag, 2025
Seiten
383
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-406-83634-3
Preis
28,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Marie-Janine Calic lehrt als Professorin für südosteuropäische Geschichte an der Ludwig-Maximilians- Universität München. Bei C.H.Beck sind von ihr erschienen: “Geschichte Jugoslawiens” (²2020), “Südosteuropa” (²2019), “Tito” (²2022), “Geschichte des Balkans” (2023).

Zum Buch:

Bei Hitlers Machtübernahme lag der Balkan für viele Verfolgte und Bedrohte “irgendwo da unten”. Trotzdem flohen sie nicht nur in den demokratischen Westen und die kommunistische Sowjetunion, sondern auch in den vermeintlich rückständigen Südosten Europas, mindestens 55.000 allein nach Jugoslawien. Unter ihnen waren Juden und Nichtjuden, Konservative und Kommunisten, Zionisten und Internationalisten, Widerstandskämpfer und Unpolitische. Die Flucht auf der Balkanroute begann gleich Anfang 1933 mit den ersten Verfolgungswellen der Nationalsozialisten. 1938 ließen der “Anschluss” Österreichs und das Novemberpogrom den Strom der Flüchtenden schlagartig anschwellen, weil kaum noch andere Routen offenstanden. Doch als Italien Ende Oktober 1940 das Königreich Griechenland überfiel und Hitler den Angriff auf die Balkanländer plante, war plötzlich auch dieser letzte Fluchtweg verschlossen. Tausende saßen in der Falle. In der griechischen Sage endete die abenteuerliche Irrfahrt für den Helden glücklich – für viele der Balkan-Flüchtlinge tat sie das nicht.
(Verlagstext)