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Bücher zu Lateinamerika

Autor
de Pontes Peebles, Frances

Die Schneiderin von Pernambuco (The Seamstress)

Untertitel
Roman. A. d. Amerik. von Stefanie Röder
Beschreibung
Verlag
Berlin: BVT Berliner Taschenbuch Verlag, 2009
Format
kt.
Seiten
765 Seiten
ISBN/EAN
978-3-8333-0634-1
Preis
13,95 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Frances de Pontes Peebles stammt aus Pernambuco und lebt heute in Chicago. Sie studierte in Austin, Texas und ist Autorin von Kurzgeschichten.

Zum Buch:

Der Titel täuscht: der Roman erzählt die spannende Geschichte von zwei Schneiderinnen, den Schwestern Emília und Luzia dos Santos, die in einem kleinen Ort im Nordosten Brasiliens, im Staat Pernambuco aufwachsen. Luzia, die als Kind nach einem Sturz vom Baum einen verkrüppelten Arm zurückbehalten hat, schließt sich einer Bande Cangaceiros an, während ihre Schwester in eine angesehene Familie einheiratet und in die Hauptstadt des Bundesstaates nach Receife zieht. Die dann einsetzende Handlung des Romans spielt in den unruhigen Jahren 1928 bis 1935. Es ist eine Zeit des Umbruchs, eine Zeit blutiger Aufstände, Revolutionen, Dürrekatastrophen, dem Börsenkrach und dem Beginn der autoritären Herrschaft Getúlio Vargas‘, der eine Konzentration der Macht zugunsten der Zentralregierung durchsetzte. Auf diesem gesellschaftlichen Hintergrund schildert die Autorin die Geschichte der beiden ungleichen Schwestern. Beide verfolgen mit den wenigen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, den Lebensweg der jeweils anderen. Sehr anschaulich erfahren wir von Luzias Leben bei den Cangaceiros, die für die einen bloße Banditen, für die anderen Volkshelden und Retter vor der Willkür der Landbarone sind, ihrer Heirat mit dem berühmt-berüchtigten „Falken“ und der Geburt ihres Sohnes. Ebenso eindrucksvoll wird die Familie in der Landeshauptstadt geschildert, die Nöte des schwulen Ehemanns, der pseudowissenschaftliche Schwiegervater und dessen bigotte Ehefrau. Emília gelingt schließlich die Flucht aus dieser Enge. Die Autorin hat Unmengen von Informationen in ihrem Roman verarbeitet und es gelingt ihr damit, eine vergangene Zeit lebendig werden zu lassen. Ein wunderbarer Schmöker im guten Sinne des Wortes, erzählt in einer klaren und nüchternen Sprache und ohne Happy-end.   Klaus Küpper (Bücher zu Lateinamerika)