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Bücher zu Lateinamerika

Autor
DalMasetto, Antonio

Als wärs ein fremdes Land (La tierra incomparable)

Untertitel
Roman. A. d. Span. übers. von Susanne Mende.Maria Bamberg
Beschreibung
Verlag
Zürich: Rotpunktverlag, 2010
Format
geb.
Seiten
293 Seiten
ISBN/EAN
978-3-85869-414-0
Preis
19,80 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Antonio Dal Masetto wurde 1938 im norditalienischen Intra am Lago Maggiore geboren. 1950 wanderte er mit seinen Eltern nach Argentinien aus. Er ist Autor von mehreren Romanen und Erzählungen. Vier Kriminalromane wurden bisher ins Deutsche übersetzt und erhielten herausragende Kritiken.

Zum Buch:

Die Idee war immer da gewesen – die Idee, noch einmal in ihre Heimat nach Italien zu reisen, die sie vor 40 Jahren verlassen hatte. Aber dann, eines Tages, wußte Agata: ich reise. Von der überraschten und ungläubigen Familie sind nur die Enkel begeisterte Unterstützer ihrer 80jährigen Großmutter. Und so beginnen die Vorbereitungen und die Reise selbst, die Dal Masetto in einer wunderbaren einfühlsamen Weise und klaren und schlicht scheinenden Sprache beschreibt. Alle großen und kleinen Abenteuer unterwegs (schon bei der Ankunft in Rom wird sie bestohlen), das Staunen über das Unbekannte (Agata war nie aus ihrem kleinen Dorf am Lago Maggiore herausgekommen) werden von den Leserinnen und Leser förmlich miterlebt. Ganz ohne Aufregung registriert sie das Verhalten ihrer Verwandten, die sie eingeladen hatten und nun den Aufenthalt wie ein Hotel bezahlt haben wollen, wundert sich über eine andere Bekannte, die sie immer wieder nach Dollars fragt oder wieviele Autos ihre Familie hat. Schließlich kümmert sich nur noch Silvana, die Enkelin ihrer alten Freundin Carla um sie. Mir ihr, der einzig freundlichen und hilfsbereiten Person reist sie in die Umgebung ihres alten Heimatortes, besucht die Gedenkstätten aus Krieg und Widerstand und erlebt eine Heimat in der viele Dinge sich nicht nur äußerlich verändert haben. Wie im Traum nimmt sie die Kälte und die Leere der Menschen wahr, registriert die um sich greifende Fremdenfeindlichkeit und wundert sich über die merkwürdige Beziehung von Silvana zu ihrem Mann und fragt sich, wieso sie keine Kinder haben. Noch vor der Rückreise und den Reisen nach Venedig und Rom mit Silvana, wird ihr klar, daß sie sich in Argentinien an die Bilder erinnern würde: sanft, tragisch und diffus. „Und sie von dort aus versuchen würde, die Heimat, die sie zum zweiten Mal verloren hatte, zum Leben zu erwecken.“