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Bücher zu Lateinamerika

Autor
Cucurto, Washington

Das Haus von Cacho

Untertitel
[Gedichte] A. d. arg. Spanisch übers. von Timo Berger
Beschreibung
Verlag
Buenos Aires: Eloisa Cartonera, 2008
Format
geh.
Seiten
35 Seiten
Preis
5,00 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Washington Cucurto (eigentlich Santiago Vega) wurde 1973 in Quilmes geboren. Er ist Lyriker und Romanautor. Seine Debütanthologie Zelarayán von 1998, die den ersten Preis des Segundo Concurso hispanoamericano Diario de Poesía erhielt, wurde wegen des Pornografievorwurfs aus allen öffentlichen Bibliotheken Argentinien entfernt. „Konservative finden ihn vulgär und untalentiert, für eine wachsende Anzahl von Fans aber ist er der Kultautor einer jungen Generation“, so Nina Apin in der TAZ) Siehe auch: Kein Messer ohne Rose / No hay cuchillo sin rosas. Cucurto ist zur Zeit Stipendiat der Akademie Schloß Solitude in Stuttgart.

Zum Buch:

Ein außergewöhnlicher Verlag stellt sich vor: „Eloisa Cartonera – hinter diesem Namen verbirgt sich ein Kunstprojekt mit sozialem Anliegen: Es will ausgegrenzten Personen durch künstlerische Aktivitäten helfen, sich wieder in die Arbeitswelt zu integrieren … Die ursprüngliche Idee bestand darin, den Cartoneros, den Kartonsammlern der Straßen von Buenos Aires, Karton abzukaufen …“ Mit diesem Karton werden dann Buchdeckel zugeschnitten und mit dem Titel des Buches bemalt. Das mag Buchästheten vielleicht erschrecken, zumal der Inhalt fotokopierte Seiten enthält, die mit dem Deckel zusammengeheftet sind. Veröffentlicht werden auf diese preiswerte Weise zeitgenössische und avantgardistische lateinamerikanische Literatur. Und deshalb werden Sie die Bücher dieses Verlags auch nicht im nächsten Buchladen kaufen können. Das ist zwar bedauerlich, denn Washington Cucurto ist schon mit einer Veröffentlichung bei SuKultur und in etlichen Anthologien vertreten. Auch in den hier vorgelegten kleine Poesiestückchen z. B. über Verkäufer von Schokolade und Quittentörtchen, über seine Verwandlung in ein Fotokopiergerät, über die Idee seiner Frau, die alte Währung Sucre wiedereinzuführen, über Mac Donald’s und andere Alltäglichkeiten zeigt sich sein skuriller Humor. Auch wenn einige der Gedichte  schon in der Anthologie „Keiner Messer ohne Rose“ des gleichen Verlags erschienen sind – die Leserinnen und Leser erwartet wieder eine erheiternd schräge Lektüre. Viel Spaß.  Klaus Küpper (Bücher zu Lateinamerika)